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Vereinschronik

Im Gesangverein 1843 Wenings e.V. singen und musizieren heute ca. 65 aktive Mitglieder und viele passive Mitglieder unterstützen unsere Vereinstätigkeit. Lebensbejahende und engagierte Mitglieder sind uns jederzeit herzlich willkommen.

 

In den 174 Jahren, die der Verein seit dem 10. September 1843 nun offiziell existiert, gab es viele Höhen und Tiefen. Die beiden Weltkriege legten die Vereinstätigkeit jedes Mal lahm. Auch blieben Unstimmigkeiten unter den Sängern nicht aus. Aber jedes Mal fanden sich Weningser, die den Verein aus den Krisen herausholten und ihn neu aufbauten. Die Protokollbücher zeugen von einem regen Vereinsleben mit Konzerten, Liederabenden, Theateraufführungen, Ausflügen, Grillfesten und Faschingsveranstaltungen. Wir bemühen uns, alte Traditionen fortzuführen, aber auch neue Aspekte in unser Chorleben zu integrieren und den Verein fit fürs 21. Jahrhundert zu halten.

 

Wie alles begann ...

 

Die Gründungszeit des Gesangvereins ist nicht genau bekannt, da keine Aufzeichnungen darüber erhalten sind. Es ist aber anzunehmen, dass sich die ersten Männer bereits Ende der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts entschlossen hatten, einen Singverein zu gründen.

Die Geschichte der Gesangvereine war von Anfang an eng verknüpft mit der Geschichte Deutschlands und Europas. Nach den Napoleonischen Kriegen, die ganz Europa in Mitleidenschaft gezogen hatten und nach dem Wiener Kongress 1814-15, begann sich Europa neu zu ordnen. Es fand aber nicht nur eine politische Neuorientierung statt, sonder auch eine geistige.

Im Jahr 1821 gründeten Lehrer und Geistliche die „Leustädter pädagogische Gesellschaft“ (Leustädter Hof bei Oberau). Ziel war die Fortbildung der Lehrer, die Hebung der Schule und die Pflege des Gesangs. Von Zeit zu Zeit wurden in verschiedenen Gemeinden Singkonferenzen abgehalten. 1837 fand das erste öffentliche Sängerfest auf dem Glauberg statt. Diesem Sängerfest folgten bald in vielen Städten und Dörfern Vereinsgründungen. In der Hauptsache waren es Lehrer, die die Ideen verbreiteten und als Chorleiter wirkten.

So entstanden u.a. folgende Vereine:
 

  • 1838 Liederkranz Steinau
  • 1839 Liederkranz Nidda
  • 1840 Liederkranz Büdingen
  • 1841 Cäcilia Lich und Liederlust Ober-Seemen
  • 1842 Liedertafel Birstein und Liederkranz Gedern.

 

Nach den Schützenvereinen sind also die Gesangvereine die ältesten Vereine.

Dass der Gesangverein Wenings ebenfalls in dieser Zeitspanne gegründet worden ist, war bereits erwähnt worden. In der Festschrift zum 110jährigen Jubiläum steht ein Bericht von Georg Weber I., er schrieb wörtlich: „Als Schüler von 8 Jahren erzählte mir mein Großvater Heinrich Weber IV., der im Jahre 1828 geboren war, dass der Singverein Wenings im September 1843 mit Leiterwagen in Birstein war, wo Seine Durchlaucht Ernst Wolfgang, der damalige Fürst von Isenburg-Birstein, dem Weningser Singverein die Fahne, die heute noch existiert, gestiftet hat."

 

Aus den Protokollen des Gesangvereins Liedertafel Birstein ist zu ersehen, dass der Weningser Verein am 10. September 1843 um 14.00 Uhr nachmittags mit einer Fahne in Birstein eintraf. Von 16.00 Uhr bis in die späten Stunden wurde auf dem Schlossplatz gesungen. Abends waren alle drei Singvereine (Birstein, Steinau und Wenings) im Saal der Liedertafel zum Essen vereinigt. Der am Fest teilnehmende Fürst Ernst Wolfgang stiftete den Sängern 100 Flaschen Hochheimer. Bei diesem Treffen schlossen sich die drei genannten Vereine zu einer „Oberländischen Concordia“ zusammen.

 

Wenn also Wenings im Jahre 1843 bereits mit einer Fahne auftrat, muss der Verein schon längere Zeit bestanden haben, denn eine Vereinsgründung beginnt nicht mit der Anschaffung einer Fahne. Außerdem könnte bezweifelt werden, ob die erwähnte Fahne mit der noch existierenden, aber stark beschädigten Fahne identisch ist. In allen Berichten wird immer der „Singverein Wenings“ erwähnt, währen die Fahne aber die Aufschrift „Gesangverein Wenings“ trägt. Bemerkenswert dazu ist eine Eintragung in der Pfarrchronik vom 21. Oktober 1871. Dort heißt es: „Der Singverein feiert die Weihe seiner  n e u e n  Fahne durch eine Abendveranstaltung auf dem Rathaus. Nach neuesten Aussagen soll die Fahne restauriert und neu geweiht worden sein. Wahrscheinlich erhielt sie zu diesem Zeitpunkt die Aufschrift „Gesangverein Wenings“.

Zu bemerken ist auch in diesem Zusammenhang, dass 1871 der deutsch-französische Krieg beendet wurde. Bei der Pflanzung der Friedenslinde auf dem Rathausplatz am 9. Juli 1871 wurde ebenfalls gesungen. Bereits am 22. März des gleichen Jahres, dem 75. Geburtstag Kaiser Wilhelms I., marschierte man in einem Fackelzug zum Wartkopp, wo der „Männerchor“ das Lied „Die Wacht am Rhein“ sang.

In den Kirchenchroniken wird in den achtziger Jahren ein von Pfarrer Medert gegründeter Kirchengesangverein erwähnt, der besonders das geistliche Liedgut pflegte, der eine Reihe von Konzerten gab und bei der Orgelweihung in Unter-Lais mitwirkte. Dieser Kirchengesangverein war der Nachfolger des Singvereins. Anfang des 20. Jahrhundert ließ aber das Interesse am Kirchengesangverein allmählich nach. 1905 wirkte er zum letzten Mal bei einem Familienabend mit.

 

Am 05. Januar 1905 wurde unter der Leitung von Lehrer Ullmann der Männerchor gegründet. Die Statuten, die sich der Verein am 05. Januar 1905 gab (und die noch heute vorhanden sind), wurden von 65 Mitgliedern unterschrieben.

Im Juli 1908 feierte die „Sängervereinigung Vogelsberg“ in der Bäderwiese ein zweitägiges Fest.

Über das aktive Geschehen bis zum 2. Weltkrieg sind leider keine genauen Daten bekannt. Durch das Kriegsgeschehen wurde 1942 die letzte Generalversammlung abgehalten.

1948 wurde die erste Generalversammlung des Männer- und Gemischten Chors Wenings nach dem Krieg abgehalten.

 

Der Gemischte Chor wurde dem Männerchor angegliedert. Chorleiterin wurde Frau Hanni Pfarr und erhielt eine Vergütung von 200 Mark pro Jahr.

1949 fand ein Sängertreffen statt, an dem 18 auswärtige Vereine teilnahmen. Im Anschluss an einem Festzug sangen in der Halle am Sportplatz die Vereine.

1952 wurde die Anschaffung einer neuen Fahne geplant (was erst 41 Jahre später verwirklicht wurde). Am 6. Juli sangen der Männerchor und der Gemischte Chor in Birstein anlässlich der 110-Jahrfeier des „Liederkranz Birstein“. Davon existieren noch 3 Langspielplatten.

1953 wurde das 110-jährige Bestehen des Gesangvereins vom 11. – 13- Juli gefeiert. Schirmherr war S.D. Franz Ferdinand, Fürst v. Isenburg-Birstein.

1956 Aus Anlass des Ablebens S.D. Franz Ferdinand, Fürst v. Isenburg-Birstein legte eine Abordnung am Grab einen Kranz nieder.

1957 Verleihung der Zelter-Plakette.

1968 vom 5. – 7. Juli feierte der Verein sein 125jähriges Jubiläum. Schirmherrin war I.D. Elisabeth Christine Fürstin von Birstein.


1969 Teilnahme am Bundeschorkonzert in Gießen

1971 Der Verein gab sich eine neue Satzung

1972 Teilnahme beim Bundesleistungssingen in Fulda und beim Bundeschorkonzert in der Jahrhunderthalle in Höchst

1974 Teilnahme beim 2. Hessischen Chorwettbewerb des Hessischen Rundfunks in Frankfurt (Main)

1975 Mitwirkung beim Bundesleistungssingen in Eltville

1976 Aufnahme einer Langspielplatte des Gemischen Chores mit geistlichen und weltlichen Liedern

1983 Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen und Gründung eines Kinderchores

1985 Chorkonzert auf der Bundesgartenschau in Berlin

1987 Gründung des 1. Jugendchores unter Leitung von Frau Heike Thimm.

1993 vom 31. Mai – 13. Juni feierte der Verein sein 150jähriges Jubiläum. Schirmherrin war wiederholt I.D. Elisabeth Christine Fürstin von Birstein. Eine neue Fahne wurde angeschafft.

1995 Neugründung des Chores "InTakt", unter der Leitung von Frau Claudia Strauch.
 

2008 Für einen Faschingsauftritt bildete sich eine Gruppe von Sängerinnen und Sängern. Hieraus entsteht dann der heutige „Showchor XanX“ unter der Leitung von Jörg Schäfer.

 

2014 präsentierten sich die Chöre mit "Cinesound in Concert" auf neue Weise und wurden mit 2 ausverkauften Veranstaltungen belohnt.

 

Für das Showkonzert „Cinesound in Concert“ fanden sich 4 Teenager aus dem Kinderchor zusammen und legten so den Grundstein für einen neuen Jugendchor unter dem Namen „United Voices“, dem mittlerweile fast 20 junge Sängerinnen und Sänger angehören. Der Chor steht unter der Leitung von Jana Böhme.

 

2015/2016 Mit "XanX Unplugged" konnte der Showchor sein erstes eigenes Programm mit 5 ausverkauften Veranstaltungen auf die Bühne bringen (in der Kulturremise Gedern). 

 

Seit den Anfängen der Vereinsgeschichte bis heute und darüber hinaus hat und wird der Verein immer wieder musikalisch und auch durch verschiedene Vereinsaktivitäten zum kulturellem Leben in Wenings und Umgebung beitragen und die kulturelle Landschaft bereichern und neue Maßstäbe setzen. Der gemischte Chor begleitet aller 2 Jahre den Osterfrühgottesdienst. In der Adventszeit stimmen die Chöre schon seit Jahrzehnten durch eigene Konzerte oder in einem der Gottesdienste die Menschen musikalisch auf Weihnachten ein. Wir singen auf Liederabenden, Gemeindefesten, privaten Feierlichkeiten und seit nun mehr 10 Jahren veranstaltet der Verein sein Kartoffelfest, dass über die Ortsgrenzen bekannt geworden ist. Natürlich sind die eigenen Konzerte der einzelnen Chorrichtungen oder die gemeinsamen Veranstaltungen aller Chorgruppen ein ganz wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit.

 

In 2018 feiert der Gesangverein nun sein 175-jähriges Bestehen mit einem "Musikalischem Festjahr".

 

 

Alle Chorleiter im Laufe der Geschichte

 

Alle Vorsitzenden im Laufe der Geschichte